Flammend Herz

 

Stellungnahme von Ernst Günter Götz
[ Älteste Tätowierstube in Deutschland ]
Seite 2


Herbert Hoffmann erhielt im Februar 1984 Besuch von einem Freund und ehemaligen Tattookollegen in der Schweiz. Da Herbert wusste, dass ich alleine arbeitete und noch etwas Unterstützung brauchen könnte, bot er diesem Freund an bei mir zu wohnen und für mich zu arbeiten. So lernte ich Albertus Cornelissen kennen. Später nannten wir ihn nur noch Opa Albert, denn er wurde ein Teil der Familie. Er hatte immer ein freundliches Wort, war sehr hilfsbereit und erzählte allerhand interessante Geschichten aus seinem Leben.

Im Sommer 1985 stand das Haus, in dem sich das Geschäft befand, zum Verkauf und Herbert fragte mich, was ich dazu meinte. Ich erwiderte, dass ich das Haus in jedem Fall zur Geschäftssicherung erwerben möchte. Herbert meinte, er würde es kaufen und mir dann später als Erbe zukommen lassen, worauf ich ihn darauf aufmerksam machte, dass dann die Grunderwerbssteuern, Umschreibungskosten und nach dem Vererben wieder Erbschaftssteuer und Notariatskosten anfallen würden.

Somit vereinbarten wir, dass Herbert die Kaufverhandlungen führte und ich als Eigentümer eingetragen werden sollte.
Als nächstes diskutierten wir über die Finanzierung des Hauses. Herbert bot mir das Geld an und wollte sogar auf die Verzinsung verzichten.. Ich wollte allerdings eher eine Finanzierung durch meine Bank vornehmen, da ich der Meinung war, dass Herbert schon genug für mich getan hat und ich mich nicht noch weiter in Abhängigkeit bringen wollte.
Alle, ohne Ausnahme, sagten: „Du bist doch dumm, nimm das Geld, wenn Du nicht einmal Zinsen zahlen musst!“
Ich ließ mich überreden und nahm das Angebot von Herbert an (siehe Darlehensvertr. HH, v. 17.12.’85). So wurde ich zum Januar 1986 stolzer Besitzer des Hauses am Hamburger Berg 8.

Als nächstes mussten meine Frau und ich eine Erbverzichtserklärung gegenüber den nächsten Verwandten abgeben (siehe Anlage 2 vom 17.12.85)
Herbert wünschte sich von mir die Eintragung eines Wohnrechtes „Erweiterbar auf Dritte“. Der Notar jedoch meinte : „ Um Gottes Willen Herr Götz,tun Sie das nicht. Herr Hoffmann könnte dieses Recht vererben oder verkaufen,und der Nachfolger kann nochmals veräußern, ohne dass Sie ein Einspruchsrecht hätten!“
Herbert bot mir an die monatlichen Kosten für Strom, Heizung und Nebenkosten von DM 500,- in das Wohnrecht einzubeziehen. Ich einigte mich mit meinem Onkel dahingehend, dass er alleine ein Wohnrecht bekommt und es auch frei nutzen kann und verzichtete auf Nebenkosteneintragungen mit den Worten :“Du traust mir und gleichermaßen vertraue ich Dir, dass Du die Kosten für Deine Wohnung bezahlst.“

Gleichzeitig erhielt Herbert die Eintragung von Grundschulden über den erhaltenen Kredit. Da eine genaue Einteilung der bis dahin vermieteten Wohnungen nicht einsehbar war, einigten wir uns vorläufig auf die Wohnung im 1. Stock, und somit erhielt Herbert aus Dankbarkeit für seine Hilfe und sein Geschäft ein kostenloses Wohnrecht im Hause über der ältesten Tätowierstube in Deutschland. (siehe Anlage 3 vom 18.Dezember 1985)
Im Zuge der Renovierung stellte sich heraus, dass der 1. Stock einen direkten Treppenabgang zum Geschäft hat und somit als Wohnung für mich ideal war. Herbert hielt sich mit Jack und Karlmann max. 3 – 4 Mal für einige Wochen in Hamburg auf und so lag die Entscheidung nahe, dass Herbert die Wohnung im zweiten Stock bezog und dort sein Wohnrecht nutzte, was er auch einsah und akzeptierte.

Zeichnungen, Fotos + Bücher
von Herbert Hoffmann

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