Zur Geschichte der ältesten Tätowierstube in Deutschland
Herr Paul Willi Holzhaus meldete das Gewerbe zum ersten Mal zum 01. Februar 1946 an. Herbert Hoffmann kaufte das Tätowiergeschäft von Paul Holzhaus und führte das Geschäft von da an mit großer Leidenschaft und machte das Tätowieren durch Seriosität, gute, und für damalige Verhältnisse akribische Sauberkeit bekannt. Dies und die Tatsache, dass dieses Geschäft von 1946 – ca. 1968 das einzige Tätowiergeschäft in Deutschland war, veranlasste Herbert H. dazu, seinen Laden ab der 70er Jahre „Älteste Tätowierstube in
Deutschland“ zu nennen. Mitte der 70er Jahre zog sich Herbert mehr und mehr aus dem Geschäft zurück um sich seinem alternden Lebensgefährten Jakob Acker (Jack) zu widmen und ihn zu pflegen. Aus diesem Grund führte ab 1982 auch Karlmann Richter, der bis dahin bei Hoffmann als Angestellter und Freund im Geschäft half, die Tätowierstube in eigener Regie. Ich selbst, E.G Götz , damals wohnhaft in Bad Kissingen, kam eigentlich schon als Kind zum Tätowieren; als ich 10 Jahre alt war zeichnete mein Vater Horst Götz (gelernter Grafiker)
für seinen Schwager Herbert die Tätowiervorlagen und ich durfte ab und zu die Comicfiguren mit einem kleinen Schulmalpinsel und Plakafarben ausmalen. Später betrachtete ich mir oft heimlich die Schwarzweißbilder, die meinen Onkel als Vollkörper-Tätowierten zeigten. Als Herbert zu uns zu Besuch kam gab es keine Hausaufgaben mehr, z.B. begleitete ich ihn und seinen Lebensgefährten lieber auf ihrem ausgedehnten Waldspaziergang. Als ich von der Bundeswehr entlassen wurde fragte mich Herbert ob ich ihm nicht ab und zu im Geschäft helfen und später auch Urlaubsvertretung machen könnte, was ich dann auch tat.
Ich zeichnete anfangs bis ich Blasen an den Fingern hatte! |